Fahrrad: Fit für den Frühling

Ob Kette, Reifen, Bremsen oder Schaltung. Bevor die Radsaison eingeläutet wird, sollte der Drahtesel genau auf den Prüfstand gestellt werden.

Auch wenn zuletzt vieles stillzustehen schien, drehen sich die Räder des Fahrrads treu weiter – wenn es denn regelmäßig auf Vordermann gebracht wird. Einiges kann der Laie selbst erledigen, für anderes ist der Gang in die Werkstatt empfehlenswert.

Grundsätzlich ist eine jährliche Inspektion beim Fachhändler sinnvoll. Ohne Ersatzteile kostetet dieses zwischen 40 und 80 Euro, eine Investition, die ein Radler mit Blick auf Fahrsicherheit und Verkehrstüchtigkeit seines Gefährts nicht scheuen sollte. Als Grundlage eines Fahrrad-Checks empfiehlt der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) eine Sichtkontrolle: Rahmen säubern, Gabel und Felegenkanten mit Wasser und Spülmittel reinigen. Rahmen, Lenker und Sattelstütze nach Rissen absuchen, verdächtige Stellen im Fachhandel prüfen lassen.

Schraubverbindungen: Alle Schrauben nachziehen, aber nicht zu fest. In der Regel reicht die Kraft einer Hand.

Kette: Mit einem Tuch von groben Schmutz befreien. Kette mit Kettenöl von innen an den Laschen schmieren. Kurbel drehen, damit sich das Öl verteilt, Überschuss abwischen.

Beleuchtung: Batterien kontrollieren oder prüfen, ob die Stecker des Lichtkabels an den Leuchten und am Dynamo festsitzen. Sind die vorgeschriebenen Reflektoren vorn, hinten, an den Pedalen und in den Speichen vorhanden und sicher?

Reifen: Reifen mit zu niedrigem Luftdruck fahren sich schwerer und gehen schneller kaputt. Mindest- und maximalluftdruck stehen auf der Reifenflanke. Fremdkörper aus dem Profil entfernen. Ist dieses kaum noch zu erkennen oder scheinen schon Fäden durch, muss der Reifen gewechselt werden. Platte Reifen aufpumpen und für einige Tage beobachten, ob die Luft gehalten wird. Wenn nicht, hat der Schlauch ein Loch.Beim Flicken immer auch den Reifen auf Fremdkörper kontrollieren.

Laufräder: Ob eine Speiche gerissen ist, lässt sich prüfen, indem zwei benachbarte Speichen mit Daumen und Zeigefinger zusammengedrückt werden. Eine ungleichmäßige Spannung oder gerissene Speichen ziehen auf Dauer weitere Defekte nach sich. Schlägt ein Laufrad beim Drehen deutlich aus oder schleift sogar am Bremsklotz, sollte es zentriert werden. Lässt sich das Laufrad quer zur Laufrichtung hin- und herbewegen, hat das Lager Spiel und muss eingestellt werden.

Bremsen: Wenn die Querrillen nicht mehr deutlich zu erkennen sind oder sich eine Kante eingebremst hat, müssen Bremsklötze getauscht werden. Die Bremsseile sollten Kappen an den Enden haben und nicht ausgefranst sein. Die Bremsarme sollten sich leicht bewegen lassen, die Seilzüge leicht in der Hülle laufen. Ist das nicht der Fall, müssen die Seilzüge geölt, der Bremssockel gefettet werden. Bei hydraulischen Bremsen muss bei maximaler Handkraft noch mindestens ein Finger zwischen Bremshebel und Fahrradgriff passen. Wenn nicht, muss die Bremse entlüftet werden.

Schaltung: Seilzüge und Außenhüllen sollten keine Knicke und Beschädigungen aufweisen. Schalthebel und Drehgriffe müssen sich leicht betätigen lassen. Wenn nicht, müssen die Züge geölt oder getauscht werden. Läuft die Kette nicht sauber oder fühlen sich einzelne Gänge „hakelig“ an, kann es sein, dass sich die Kabelspannung verringert hat. Bei Kettenschaltungen kann mit der Schraube am Schalthebel, aus der der Seilzug austritt, die Spannung wieder angepasst werden. Hilft das nicht, ist vielleicht Verschleiß die Ursache. Hilfe gibt es hier im Fachhandel – genau wie bei Nabenschaltungen, denn hier gibt es – je nach Modell – verschiedene Mechanismen, um die Kabelspannung einzustellen.

Text: Redaktion
Bild: www.pd-f.de/Thomas Geisler

2020-05-13T10:10:54+02:00 13. Mai 2020|Allgemein|