Bedrohung durch Cyberkriminalität

Die Polizei hat zum Schutz vor Cyberkriminellen zehn Tipps zusammengestellt, mit denen man seinen Internetzugang, die alltägliche Online-Arbeit und seine Daten im Netz besser schützen können.

Wir sind täglich im Internet – und sind uns oft nicht bewusst, wie schnell wir uns damit in Gefahr begeben. Wir ignorieren leicht die Sicherheit, wenn wir möglichst rasch Infos haben wollen, gedankenlos surfen oder den PC veralten lassen. Sehr leicht können heutzutage Kriminelle persönliche Daten stehlen und diese missbrauchen. 2019 gab es bei der Cyberkriminalität in Bayern einen starken Anstieg von 12,4 Prozent, also 3280 Fälle mit einer Aufklärungsquote von 49,1 Prozent; bayernweit waren es im vergangenen Jahr 29 717 Fälle von Cyberkriminalität. Die Bandbreite ist groß: Die Delikte im Internet reichen von Beleidigung über das Sexualdelikt, Vermögens- und Fälschungsdelikte bis hin zum Waffen- und Drogenkauf im sogenannten „Darknet“.

Sicher im Internet

Es gibt zehn häufige Sicherheitsrisiken, die es bei Nichtbeachtung Kriminellen leicht macht, an persönliche Daten und Informationen wie E-Mail- und Konto-Zugänge oder Kreditkarten-Informationen zu kommen. Die Polizei und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat zum Schutz vor kriminellen Online-Angriffen einen Sicherheitskompass mit zehn Hinweisen veröffentlicht.

Wählen Sie ein sicheres Passwort

Das Wichtigste zuerst: Bei der Wahl eines Passwortes sollten Sie mit gutem Gewissen und nicht mit Faulheit an die Sache herangehen. Folgendes muss dabei beachtet werden, um eine möglichst hohe Sicherheit zu gewährleisten: mindestens zwölf Zeichen, Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben mit Zahlen und Sonderzeichen. Tabu sind: Namen von Familienmitgliedern, Freunden, Lieblingsstars, Haustieren oder Geburtsdaten, Wiederholungs- und Tastaturmuster wie „1234abcd“ oder „asdfgh“. Vermeiden Sie es, dasselbe Passwort für mehrere Anwendungen zu benutzen – besonders für Dienste im Internet – und bewahren Sie eine Passwort-Liste immer getrennt von Ihrem PC auf, am besten handgeschrieben.

Schränken Sie die Rechte von Dritten an Ihrem PC ein

Wenn Sie mehrere Nutzer an Ihrem PC haben, können Sie jedem ein eigenes Benutzerkonto erstellen und ihnen die Administrator-Rechte entziehen: So können die anderen Nutzer nur mit beschränkter Möglichkeit im Internet surfen, denn viele Schadprogramme werden unter den Rechten des jeweiligen Benutzers ausgeführt. So können Alltagsarbeiten über den beschränkten Zugriff erledigt werden, ohne sich unnötigerweise einem höheren Risiko auszusetzen.

Halten Sie Ihre Software  auf dem neuesten Stand

Führen Sie regelmäßig Updates, am besten täglich, auf Ihrem Rechner aus – nur so können Sie einen hohen Grad an Sicherheit auf Ihrem PC garantieren. Schadprogramme nutzen Sicherheitslücken in Betriebssystemen und Softwares, und regelmäßige Updates schließen diese Sicherheitslücken. Installieren Sie auch einen Virenscanner und halten diesen ebenfalls aktuell.

Installieren Sie eine Firewall

Neben einem Virenscanner ist eine Firewall unerlässlich am PC, wenn Sie im Internet surfen. So können Viren, Würmer oder Trojaner abgehalten werden, sich auf Ihrem PC einzunisten.

Gehen Sie sorgsam mit E-Mails und Anhängen um

In E-Mails und ihren Anhängen können sich oft Schadsoftware verstecken. Auch Nachrichten in sozialen Netzwerken sind nicht immer sicher. Deswegen überprüfen Sie stets, wer Ihnen die Nachricht geschickt hat. Gehen Sie mit einem gesunden Menschenverstand an E-Mails und ihre Anhänge heran. Zum Beispiel würde kein Geldinstitut in einer E-Mail nach Ihren Zugangsdaten fragen.

Erhöhen Sie die Sicherheit Ihres Internet-Browsers

Moderne Browser wie Firefox oder Chrome können viel mehr, als Ihnen nur die gewünschten Seiten anzuzeigen. Sie können die Sicherheitsstufen Ihres Browsers in den Einstellungen verändern: Wählen Sie stets eine hohe Sicherheitsstufe aus. Hinweise und Informationen zu Sicherheitseinstellungen der gängigen Browser finden Sie auf den jeweiligen Hilfe-Seiten der Browsernavigation und den Webseiten der Hersteller.

Vorsicht beim Download von Software aus dem Internet

Prüfen Sie generell alle Downloads vor der Anwendung durch Ihren Virenscanner – und laden Sie sich Software nur von Quellen herunter, denen Sie vertrauen können, wie zum Beispiel direkt von Hersteller-Webseiten.

Sichern Sie Ihr WLAN

Wenn jemand mit Ihrem WLAN im Internet unterwegs ist, dann nutzt er Ihre IP-Adresse. Für die Daten ist dieser „Schwarzsurfer“ quasi Sie selbst. Straftaten gehen also zuerst auf Sie zurück. Sichern Sie also Ihren WLAN-Zugang. Im Zweifelsfalle lassen Sie sich von Experten beraten. Schalten Sie darüber hinaus in der Öffentlichkeit auf Ihrem Smartphone oder Notebook die WLAN-Funktion aus. Mithilfe von öffentlichen WLAN-Zugängen können Kriminelle leichter Ihre Daten abrufen. Vertrauen Sie also am besten nur verschlüsselten WLAN-Zugängen.

Persönliche Daten nur sparsam eingeben

Das Internet vergisst nichts, auch nicht Ihre eingegebenen Daten wie Namen, Adresse oder Kreditkarten-Informationen. Überlegen Sie genau, welche Daten Sie eingeben – und überlegen Sie auch mit Verstand, warum zum Beispiel Apps Zugriffe auf Ihr Telefon und Kontaktdaten braucht. Achten Sie auch stets im Internet auf eine sichere Verbindung – im Adressfeld sollte am besten https:// und davor ein geschlossenes Schloss stehen.

Schützen Sie Ihre internetfähigen Geräte vor Diebstahl

Notebooks, Smartphones oder Rechner sind sehr begehrt bei Dieben – deswegen müssen diese stets geschützt werden. Lassen Sie zum Beispiel Ihr Smartphone nie aus den Augen, wenn Sie unterwegs sind. Schützen Sie Ihre Geräte mit einem Passwort und sperren Sie den Bildschirm Ihres PCs, wenn Sie den Raum verlassen. PCs, Festplatten und Notebooks sollten Sie immer mit einem Passwort sichern, um so den Zugang von Fremden zu verhindern.

Hilfe und weitere Informationen

Sollten Sie Opfer von Cyberkriminalität geworden sein oder brauchen Hilfe, wenden Sie sich an die Polizei – zum Beispiel unter www.polizei-beratung.de finden Sie viele Informationen zu dem Thema. Die Polizei bietet darüber hinaus an, Ihnen in Ihrer Umgebung Hilfeeinrichtungen oder Beratungsstellen zu nennen.
Sie gehen auf Nummer sicher, wenn Sie sich bei dem Thema Computersicherheit an einen Fachmann wenden – dieser hilft bei der Sicherung von PCs und Smartphones. Surfen Sie nur sicher durchs Internet.

Text: Lukas Pitule
Foto: Adobe Stock

2020-12-02T14:16:22+01:00 2. Dezember 2020|Allgemein|